| 26.04.2010 - 05:11 Uhr | |||||||
Ermländischer Wallfahrtsort in Masuren |
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Von Olsztyn aus können wir Ihnen einen schönen Tagesausflug an die östliche Grenze des Ermlandes empfehlen. Zwischen der Kleinstadt Reszel und dem Wallfahrtsort Święta Lipka (Heiligelinde) verläuft die einstige Grenze von Ermland und Masuren. Das Interessante ist, dass das Sanktuarium von Święta Lipka obwohl es auf masurischer Flur steht, einst zum Ermland gehörte. In den Jahren von 1687 und 1693 wurde die heute zu sehende barocke Basilika gebaut. Anschließend errichtete man die das Gotteshaus umgebenden Kreuzgänge und das Jesuiten-Kloster. Diese Arbeiten wurden im Jahre 1712 beendet. Aber schon um das Jahr 1300 war Święta Lipka als Wallfahrtsort bekannt.Diese Region war einst tatsächliches Grenzland, um welches immer wieder gestritten wurde. Das Ermland stand unter der Verwaltung des ermländischen Domkapitels, welches auch die Burg in Reszel errichtete. Masuren hingegen wurde vom Deutschen Orden verwaltet. Über die Enststehung des Wallfahrtsortes gibt es unterschiedliche Sagen. Die polnische Version ist, dass ein zum Tode verurteilter Häftling des Rastenburger Zuchthauses eine Marienfigur schnitze, obwohl er angeblich keine handwerklichen Kenntnisse hatte. Die Richter sahen dies als göttliches Urteil und begnadigten den Mann. Diese brachte die Figur nach seiner Freilassung an einen Ort, der früher schon ein heiliger Platz der Prussen war und hängte die Marienfigur in eine Linde. Dort erbauten die Ordensleute eine Kapelle, welche aber in der Reformationszeit zerstört wurde. Darauf begann der Bau der heutigen Basilika, welche sowohl von der äußeren Gestaltung, aber auch von der Innenaustattung eine Perle der barocken Architektur ist. Das besondere an dem Kirchenbau ist, dass er auf hölzernen Pfählen steht. Das Gelände war sumpfig und deshalb rammte man in großer Zahl Stämme in den Untergrund, um die Fundamente zu stabilisieren. |
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Der Wallfahrtsort war schon damals in ganz Polen bekannt, so dass die Pilger nicht nur aus dem Ermland, sondern auch aus Masowien und anderen polnischen Regionen hierher kamen. Vor einigen Jahren wurden des polychromen Fresken in der Basilika mit finanzieller Unterstützung einer deutsch-polnischen Stiftung saniert. Die Malereien stammen von Matthias Meyer aus Heilsberg (heute Lidzbark Warmiński). Gegenwärtig wird die Fassade des Gotteshauses und die Helme der Kirchtürme saniert. Auch die Orgel in der Kirche ist gerade in der Phase des Wiederaufbaus nach einer Generalreparatur. Diese Arbeiten sind auch ein deutsch-polnisches Gemeinschaftswerk. Hier übernahm die westfälische Orgelbaufirma Sauer die wesentlichen Arbeit an dem historischen Instrument. Im Mai soll die Orgel wieder spielen. Neben dem außergewöhnlichen Klang begeistert die Orgel die Besucher des Wallfahrtsortes mit einer weiteren Besonderheit: Hier befinden sich die größten beweglichen Figuren, welche beim Orgelspiel aktiv sind. Auf der Internetseite des Wallfahrtsortes findet man die Zeiten, zu welchen die Orgel vorgeführt wird und heilige Messen stattfinden. Am Wochenende wurde eine neue Buslinie aus der polnischen Hauptstadt Warszawa zum Wallfahrtsort Święta Lipka eingeweiht. Für etwa 10 Euro (40 Złoty) kann man von Warszawa aus eine Tagestour zum Sanktuarium Święta Lipka unternehmen. Das Busunternehmen PKS Polonus hat noch mehr Touren von Warszawa aus zu anderen Wallfahrtsorten im Angebot. Leider ist die Internetseite www.pksbilety.pl nur in polnischer Sprache. Bislang gibt es auch noch keinen Service für deutschsprachige Urlauber. Diese fahren nach Święta Lipka eher mit deutschen Busreiseveranstaltern oder als individuelle Touristen mit dem eigenen Auto. Wir empfehlen am Nachmittag dorthin zu fahren, weil dann die Basilika wegen dem Stand der Sonne am besten zu fotografieren ist. Davor oder danach sollte man unbedingt auch die sehenswerte Kleinstadt Reszel besuchen. |
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Von Olsztyn aus können wir Ihnen einen schönen Tagesausflug an die östliche Grenze des Ermlandes empfehlen. Zwischen der Kleinstadt Reszel und dem Wallfahrtsort











