| 14.09.2009 - 14:43 Uhr | |||||||
Olsztyn - Stadt des Jugendstils |
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Auch wenn man es nicht unbedingt vermutet: die Stadt Olsztyn ist ein Zentrum von noch vorhandenen Bauwerken aus der Gründerzeit. Auf dem Weg zwischen dem Bahnhof und der Altstadt findet man eine Menge sehenswerter Gebäude im Jugendstil. Der Erhaltungszustand ist unterschiedlich. Es gibt fachgerecht sanierte Objekte, an einigen wird gegenwärtig gearbeitet. Eine nicht geringe Zahl von Gebäuden befindet sich in einem schlechten und einige gar in einem erbärmlichen Zustand. Man kann es jedoch nicht übersehen: Olsztyn war um das Jahr 1900 eine aufstrebende Stadt. Die Fabrikbesitzer, Handwerker und Händler kamen zu Reichtum. Die Villen wurden größer, aber auch für die Arbeiter entstanden drei- und viergeschossige Wohnhäuser mit für diese Zeit typischen Fassadengestaltungen.Wer Olsztyn unter dem Aspekt des Jugendstils kennenlernen will, sollte sich auf eine Reise unter dem Motto Entdecke Olsztyn begeben. |
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Heute ist es schwer, diese Objekte zu erhalten. Dort wo öffentliche Verwaltungen und denen untergliederte Einheiten (z.B. das städtische Kulturzentrum) derartige Häuser besitzen, standen Mittel für eine fachgerechte Sanierung bereit. Ein hervorragendes Beispiel ist die Naujock-Villa in der Straße ul. Dąbrowszczaków 3. Die Sanierung wurde mit dem Hauptpreis des gesamtpolnischen Wettbewerbs "Sanierung des Jahres" ausgezeichnet. Hier finden Sie auf der Internetseite der Stadtverwaltung einen Panoramablick auf das Haus.
Liebhaber dieses Baustils sollten sich ruhig eine Stunde Zeit nehmen, um durch die Straßen zu spazieren. Leider kommt man dabei aber auch an weniger gut erhaltenen Gebäuden vorbei. Trotz alledem: die heruntergekommenen Fassaden vermitteln geben einen Blick in längst vergangene Zeiten frei. In einem besonders krassen Fall am Gen.-Bem-Platz 2 läuft ein Verfahren um die Enteignung des Gebäudes, weil der Besitzer den Forderungen des Denkmalschutzamtes nicht nachkommt. In den lokalen Medien (hier der Gazeta Wyborcza wird regelmäßig über das Thema berichtet. Das Problem ist ein typisch polnisches: Die Eigentümerstruktur verhindert die Sanierung der Häuser. Oft verfügen die Eigentümer nicht über Kreditmöglichkeiten oder sie erkennen die Notwendigkeit von Sanierungen nicht. Es gibt viele engagierte Einwohner in Olsztyn, die sich für die Stadt einsetzen wollen. Es mangelt jedoch an einer Zusammenarbeit, welche für die enormen Aufgaben unabdingbar ist. Ein Hauptproblem ist die fehlende Identifizierung mit der Geschichte der Region. Dies ist noch eine Folge des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg kamen Vertriebene aus den polnischen Ostgebieten (Kresy) in die einst von Deutschen bewohnten Häuser. Die Geschichte dieser Menschen beginnt hierzulande eben erst nach 1945. Die Binnenwanderung in Polen zu sozialistischen Zeiten brachte wiederum andere Bewohner ins Ermland. Menschen, wie der Schriftsteller Kazimierz Brakoniecki, beklagen seit langer Zeit die fehlende nationale Identität. Dies drückt sich insbesondere in der Erhaltung des für das Ermland, aber auch andere polnische Landesteile typischen Landschaftsbildes aus Natur und regionaler Architektur aus. |
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Auch wenn man es nicht unbedingt vermutet: die Stadt Olsztyn ist ein Zentrum von noch vorhandenen Bauwerken aus der Gründerzeit. Auf dem Weg zwischen dem Bahnhof und der Altstadt findet man eine Menge sehenswerter Gebäude im Jugendstil. Der Erhaltungszustand ist unterschiedlich. Es gibt fachgerecht sanierte Objekte, an einigen wird gegenwärtig gearbeitet. Eine nicht geringe Zahl von Gebäuden befindet sich in einem schlechten und einige gar in einem erbärmlichen Zustand. Man kann es jedoch nicht übersehen: Olsztyn war um das Jahr 1900 eine aufstrebende Stadt. Die Fabrikbesitzer, Handwerker und Händler kamen zu Reichtum. Die Villen wurden größer, aber auch für die Arbeiter entstanden drei- und viergeschossige Wohnhäuser mit für diese Zeit typischen Fassadengestaltungen.











