01.09.2009 - 05:22 Uhr
 

Marianer-Kloster in Stoczek Klasztorny

 
Typisch für das seit Jahrhunderten unveränderlich katholisch geprägte Ermland sind die religiösen Orte, welche mit dem Marienkult in Verbindung stehen. Sichtbare Zeichen sind neben den Wegesrandkapellen und Kirchen besonders die Klöster. Eines davon befindet sich in Stoczek Klasztorny, ganz in der Nähe von Lidzbark Warmiński, der einstigen Hauptstadt des Ermlandes. Von Olsztyn aus erreicht man dieses Ausflugsziel in etwa einer Stunde. Unterwegs kommt man an Städten vorbei, die ebenfalls sehenswert sind: Dobre Miasto und Lidzbark Warmiński. Zwischen diesen beiden letztgenannten Städten befindet sich das Dorf Smolajny, wo man auch den Sommersitz der ermländischen Bischöfe ansehen kann. Heute befindet sich dort eine landwirtschaftliche Berufsschule.

Das heutige Marianer-Kloster in Stoczek steht in Verbindung mit einem wundertätigen Bild der Mutter Gottes von Stoczek. Wie fast alle Mariensanktuarien begann die Entwicklung im Mittelalter, als man eine Figur der Mutter Gottes fand, der göttliche Kräfte nachgesagt wurden. Zu ihrer Ehre errichtete man eine Kapelle. Diese wurde während der Zeit der Reformation zerstört, wobei die Figur verloren ging.

Im Gegensatz zu Masuren, wo die Menschen den evangelischen Glauben annnahmen, blieb das Ermland katholisch.

Von den schwedisch-polnischen Kriegen war auch das Ermland betroffen. Als der letzte dieser Kriege beendet war, stiftete der polnischstämmige ermländische Bischof Mikołaj Szyszkowski die Kirche in Stoczek. Das Besondere ist, dass sie auf dem Grundriss eines Kreises gebaut war. Ausgestattet wurde das Gotteshaus im Stile des Barock.
 

Blick auf die Klosteranlage.
   

Ein Kreuzgang umgibt die Basilika.
 
Im Jahre 1666 begann der Bau eines Klosters, welches für die Bernhardiner-Mönche entstand. Den Mittelpunkt bildetet die kreisförmige Kirche, deren Raum jetzt das Kirchenschiff bildete. Hinzu kamen ein Turm und das Presbyterium sowie ein Kreuzgang. An die Ecken setzte man Türmchen, in welchen Kapellen untergebracht wurden.

Der Hauptaltar, wie wir ihn heute sehen können, entstand im Jahre 1713. Darin wurde ein Bildnis der Mutter Gottes von Stoczek untergebracht. Also Vorlage diente das weltbekannte Abbild der Santa Maria Maggiore aus Rom.

Besondere Beachtung sollte man auf die Kanzel in dem Gotteshaus legen, welche aus kaltgehämmerten Eisen besteht. Die beiden barocken Seitenaltäre stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ein Schmuckstück ist auch die aus dem 18. Jahrhundert stammende Orgel.

Durch die geschlossene Form der Anlage nutzte man den Komplex auch fremd: Während des Zweiten Weltkrieges internierte man hier österreichische Bischöfe. Zu Zeiten der polnischen Volksrepublik hielt man von 1953 bis 1954 den Primas von Polen, Kardinal Stefan Wyszyński hier gefangen.

Im Jahre 1957 übernahm der Orden der Regularkleriker Mariens von der Unbefleckten Empfängnis, als Marianer bekannt, das Kloster. Dieser Orden wurde 1673 von dem Polen Stanisław Papczyński gegründet.

Den Weg von Olsztyn nach Stoczek Klasztorny finden Sie hier.
 

Klostergarten im Barockstil. Fotos: Maik Veit (5)
   

Wegesrandkapelle in der Nähe des Klosters.

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